Stressforschung

Stressforschung

Auf körperliche oder psychische Belastungen reagiert der menschliche Körper mit Stress. Dabei wird durch die verstärkte Ausschüttung von Adrenalin die Atemfrequenz sowie die Herzfrequenz erhöht, die Muskelanspannung verstärkt sich und es kann zu Schweißausbrüchen oder zittrigen Händen kommen. Biologisch betrachtet ist dies ein Relikt aus der Evolution, als Lebewesen durch Stress bei drohender Gefahr in Alarmbereitschaft versetzt wurden.

Veränderungen im Blutkreislauf

Neueste medizinische Studien haben nun gezeigt, dass bei Stress sich auch der Blutfluss verändert. Forscher des Max-Planck-Institut für Psychiatrie haben in einer Studie mit 59 Probanden herausgefunden, welche Gehirnregionen von akutem Stress besonders betroffen sind und welche Folgen dieser Umstand induziert. Mithilfe einer MRT untersuchten die Wissenschaftler Veränderungen im Blutfluss bei akuten Stresssituationen. Dabei wurden vor allem Veränderungen im Hippocampus und im präfrontalen Kortex sichtbar. Diese Veränderungen geschehen innerhalb weniger Minuten. Außerdem sind auch genetische Prädispositionen ein entscheidendes Element bei der Reaktion auf Stress. Individuen reagieren unterschiedlich stark auf veränderte Rahmenbedingungen, wie aus der aktuellen Studie auch hervorging.

Vermeidung von Folgen

Hilfreich sind die Erkenntnisse, die aus dieser Studie gewonnen wurden, vor allem bei der Früherkennung von psychischen Krankheiten, wie Depressionen. Diese sind oft eine Folge permanenter Stressreaktionen. Jetzt arbeitet man daran, wie man psychiatrische Folgeerkrankungen bei ständigen Stresseinwirkungen rechtzeitig vermeiden kann.

Stress kann langfristig fast alle Organe negativ beeinflussen. Vor allem das Herzkreislaufsystem oder das Immunsystem können durch dauerhaften Stress geschädigt werden, was das Risiko für Herzinfarkte oder auch für Infektionen erhöht. Gerade im heutigen Berufsleben leiden viele Menschen unter verstärktem Stress. Folgekrankheiten, wie Burn-out oder Depressionen könnten aber vermieden werden.